Zustimmende Dokumentation einer Stellungnahme des „Gesprächskreis gegen jeden Antisemitismus in Die Linke Köln“.
Der Gesprächskreis, ein Zusammenschluss von Mitgliedern der LINKEN aus Köln und dem Umland, hat in dieser Woche ein Grundsatzpapier veröffentlicht. Der Titel: „Der Kampf gegen Antisemitismus gehört zu den unverzichtbaren Grundpfeilern linker Politik.“
Wir als Redaktion von santillan.de und als LIL Bergisch Gladbach dokumentieren diese Stellungnahme aus Distanz – weil sie eine Debatte betrifft, die auch im Rheinisch-Bergischen Kreis geführt werden muss.
Worum es in der Stellungnahme geht:
Der Gesprächskreis aus Köln beschreibt in seinem Papier drei Kernpunkte, die aus seiner Sicht für die Linke unverhandelbar sein müssen:
1. Antisemitismus ist keine Randfrage: Der Gesprächskreis betont, dass Antisemitismus nicht nur ein Problem von rechts außen ist. Er findet sich in Verschwörungsideologien, in der Gleichsetzung von Jüdinnen und Juden in Deutschland mit der Politik Israels, in Alltagsbeleidigungen auf Schulhöfen in NRW. Wer ihn als „Nebenwiderspruch“ behandelt, so der Gesprächskreis, verkennt seine Funktion für autoritäres Denken.
2. Linke Glaubwürdigkeit hängt daran: In der Stellungnahme heißt es wörtlich: Wer gegen Rassismus, gegen antimuslimischen Hass und gegen die Ausgrenzung von Geflüchteten kämpft, muss mit derselben Konsequenz gegen Antisemitismus kämpfen. Alles andere mache linke Solidarität unglaubwürdig. Der Kampf gegen Antisemitismus sei kein Gegensatz zu antirassistischer Arbeit, sondern deren Voraussetzung.
3. Konsequenzen für die Praxis vor Ort: Der Gesprächskreis aus Köln fordert für die Linke im Rheinland konkrete Schritte: Keine Relativierung, keine Schuldabwehr, klare Solidarität mit Jüdischen Gemeinden, die Polizeischutz benötigen, und eine Erinnerungsarbeit, die nicht nur an Gedenktagen stattfindet. Kritik an Regierungen sei selbstverständlich legitim – die Kollektivhaftung von Jüdinnen und Juden sei es nie.
Aus unserer Distanz als Beobachter in Bergisch Gladbach ordnen wir ein: Diese Stellungnahme aus Köln ist bewusst als Grundsatztext formuliert. Sie richtet sich nach innen – an die eigene Partei – und nach außen – an eine Stadtgesellschaft, in der, so der Gesprächskreis, „Nie wieder ist jetzt“ mehr sein muss als eine Floskel.
Wir dokumentieren sie auf santillan.de, weil sie auch für die Debatte im Bergisch Gladbacher Rathaus relevant ist, in dem über Teilhabe, Macht und Repräsentanz diskutiert wird.
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