Fassade der Demokratie & Vielfalt – Wie das Machtgefüge im Bergisch Gladbacher Rathaus repräsentative migrantische Teilhabe verhindert


Wir als Internationale Liste haben es satt, zuzuhören und abzunicken. Deshalb sagen wir es jetzt ganz offen: Im Bergisch Gladbacher Rathaus gibt es ein Machtgefüge, das repräsentative migrantische Teilhabe nicht nur erschwert – es verhindert sie.

In unserem neuen Beitrag legen wir offen, was viele in Gronau, Heidkamp, Bensberg und Refrath längst wissen, aber kaum jemand im Rathaus ausspricht:

1. Wer sitzt eigentlich am Tisch? Wir haben nachgezählt. In den Ausschüssen, in den Aufsichtsräten der städtischen Gesellschaften, in den Beiräten, die über Wohnen, Kultur und Stadtentwicklung entscheiden – wie viele Menschen mit Migrationsgeschichte sitzen dort mit Stimmrecht? Fast keine. Der Integrationsrat darf reden, aber er darf nicht entscheiden. Das ist kein Zufall. Das ist ein System, das Beteiligung als Anhörung organisiert, nicht als Machtteilung.

2. Wie das Machtgefüge funktioniert: Wir als LIL erleben es in jeder Sitzung. Tagesordnungen, die nur auf Deutsch und nur kurzfristig kommen. Sitzungen um 16 Uhr, wenn Menschen aus Pflege, Logistik oder Gastronomie noch arbeiten. Keine Dolmetschung, keine Kinderbetreuung, keine Aufwandsentschädigung, die den Namen verdient. Wer dann nicht kommt, dem wird Desinteresse unterstellt. Wer kommt und widerspricht, dem wird gesagt: „Das ist nicht der richtige Ort.“ Der richtige Ort für migrantische Stimmen ist im Rathaus offenbar immer woanders.

3. Warum das kein Versehen ist: Dieses Machtgefüge schützt sich selbst. Es verteilt Posten nach Parteibuch und Bekanntheit, nicht nach Repräsentanz dieser Stadt. Bergisch Gladbach ist längst Einwanderungsstadt – über ein Viertel der Menschen hier hat Migrationsgeschichte. Im Rathaus sieht man davon fast nichts. Und genau deshalb scheitert Integration hier immer wieder an den gleichen Punkten: Weil über uns geredet wird, statt mit uns.

Wir als LIL sagen: Damit ist Schluss.

Wir fordern, was längst überfällig ist:

  • Stimmrecht statt Rederecht für den Integrationsrat
  • Verbindliche Quote für Menschen mit Migrationsgeschichte in allen städtischen Gremien
  • Eigenes Budget für migrantische Selbstorganisationen – nicht als Projekt, sondern dauerhaft
  • Dolmetschung, Kinderbetreuung und faire Entschädigung als Standard für jede Sitzung

Zuhören und Abnicken ist keine Teilhabe. Das haben wir gelernt. Jetzt geht es um Macht teilen. Im Rathaus. Jetzt.

Wir sind die Internationale Liste, weil Bergisch Gladbach international ist. Es wird Zeit, dass das Rathaus das auch wird.

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