
Es gibt einen Satz, den man in Bergisch Gladbach und im Rheinisch-Bergischen Kreis in jeder Integrationsdebatte hört: „Wir haben doch zugehört.“
Ein Runder Tisch wird einberufen. Migrantische Vereine werden eingeladen. Man hört zu. Man nickt. Man macht ein Foto. Und danach wird genau so entschieden wie vorher.
In diesem Beitrag wird genau mit dieser Praxis abgerechnet.
Die Autorin / der Autor beschreibt aus jahrelanger Erfahrung in der lokalen Integrationsarbeit, warum das, was in vielen Gremien als Teilhabe verkauft wird, in Wahrheit nur Inszenierung ist:
1. Zuhören ohne Macht ist Folklore: Im Ausschuss für Chancengerechtigkeit & Integration darf man ein wenig reden, aber nicht wirklichentscheiden. In Anhörungen darf man Stellung nehmen, aber die Vorlage steht schon. Wer eingeladen wird, um zu nicken, wird nicht beteiligt – er wird benutzt, um Beteiligung zu simulieren. Echte Teilhabe bedeutet: Mitentscheiden über Geld, über Stellen, über Prioritäten im Kreishaushalt.
2. Das System des Abnickens: Der Text zeigt an konkreten Beispielen aus dem RBK, wie Teilhabe organisiert wird, um folgenlos zu bleiben. Einladungen zwei Tage vorher. Unterlagen nur auf Deutsch. Sitzungen um 17 Uhr, wenn viele noch in Schichtarbeit sind. Keine Aufwandsentschädigung für Dolmetscher:innen, keine Kinderbetreuung. Wer dann nicht kommt, dem wird Desinteresse vorgeworfen.
3. Was Teilhabe wirklich wäre: Der Beitrag fordert einen radikalen Wechsel – weg vom Zuhören, hin zum Abgeben. Quote für Menschen mit Migrationsgeschichte in Aufsichtsräten und Beiräten des Kreises. Eigenes Budget für migrantische Selbstorganisationen. Stimmrecht statt Rederecht. Und eine Verwaltung, die nicht fragt: „Wie holen wir die Migranten ab?“ Sondern: „Wie teilen wir die Macht?“
Die zentrale These: Teilhabe ist kein Geschenk. Teilhabe ist kein Workshop. Teilhabe ist die Umverteilung von Entscheidungsmacht. Alles andere ist Zuhören und Abnicken – und das ist keine Teilhabe.
Ein unbequemer, notwendiger Text über Scheinbeteiligung und darüber, wie Integration in Bergisch Gladbach endlich ehrlich werden kann.
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