
Sie haben für Deutschland gearbeitet. Als Ortskräfte, als Journalistinnen, als Menschenrechtsverteidiger, als Frauen, die nicht mehr schweigen wollten.
Deutschland hat ihnen versprochen: Wir holen euch raus. Wir lassen euch nicht im Stich.
Und was ist aus diesem Versprechen geworden?
Seit der Machtübernahme der Taliban warten Hunderte, Tausende in Angst. In Pakistan im Versteck. In Kabul ohne Arbeit. In Lagern, in denen ihr Visum abläuft, während Berlin Akten prüft, verschiebt, blockiert. Das sogenannte Bundesaufnahmeprogramm für Afghanistan ist faktisch tot – ausgebremst von Innenministerium, von Sicherheitsbedenken, die zur Ausrede werden.
Der Blog schreibt, worüber in Bergisch Gladbach und im Rheinisch-Bergischen Kreis kaum jemand spricht – obwohl es uns direkt betrifft:
1. Die Namen hinter den Zahlen: Wir haben mit einer afghanischen Familie aus Bensberg gesprochen, deren Schwester seit 2 Jahren in Islamabad festsitzt. Aufnahmebescheid ja, Visum nein. Jeden Monat die gleiche Antwort: Warten. Das ist kein Einzelfall. Das ist System.
2. Wie Berlin Versprechen bricht: Wir zeigen die Chronologie – von 2021 „Wir tragen Verantwortung“ bis 2026 „Das Programm wird evaluiert“. Wie aus Schutz Zusagen wurden, aus Zusagen Anträge, aus Anträgen Ablehnungen wegen „formaler Fehler“. Und wie die Bundesregierung damit genau das tut, was sie der AfD vorwirft: Vertrauen in den Staat zerstört.
3. Was das mit uns im RBK zu tun hat: Wir haben hier Menschen, die ihre Familien nicht nachholen können. Wir haben Ehrenamtliche, die übersetzen, begleiten, spenden – und an einer Bürokratie verzweifeln, die Schutzsuchende unter Generalverdacht stellt. Wer Schutz verspricht, muss Schutz gewähren. Punkt.
Wer Ortskräfte im Stich lässt, ist kein verlässlicher Partner – weder in der Welt, noch für die Menschen, die hier leben. Wer Frauen, die für Demokratie gekämpft haben, den Taliban überlässt, verrät seine eigenen Werte.
Die zerbrochenen Versprechen von Berlin sind nicht nur ein außenpolitisches Versagen. Sie sind ein moralischer Bankrott.
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