
Erst ist es nur ein Wort. „Woke-Wahnsinn“. Dann „Gender-Gaga“. Dann „Kulturkampf von links“.
Und plötzlich reden auch in der Mitte alle so, als wäre die größte Gefahr für Bergisch Gladbach nicht die Miete, nicht die Pflegemisere, nicht das kaputte Schulsystem – sondern ein Gendersternchen, ein Drag-Queen-Lesetag in der Bibliothek oder ein Integrationsrat, der mitreden will.
Warum diese Rhetorik so gefährlich ist – und warum sie kein Zufall ist.
Was ich im Blog analysiere:
1. Wie Kulturkampf funktioniert: Er lenkt ab. Wenn wir über Gendern streiten, streiten wir nicht über Vermögenssteuer. Wenn wir über „Identitätspolitik“ diskutieren, diskutieren wir nicht über die 15 Euro Mindestlohn. Kulturkampf ist das Geschäftsmodell der Rechten – und leider lassen sich gerade auch Konservative und manche Liberale im RBK immer wieder dafür einspannen.
2. Die geistige Nähe, die niemand zugeben will: Konkreten Beispielen aus Kreistag, Stadtrat und Social Media im Rheinisch-Bergischen Kreis zeigen, wie Argumente eins zu eins aus dem Repertoire von AfD, Identitären und rechten Think-Tanks übernommen werden – nur etwas netter verpackt. Erst heißt es „man wird ja wohl noch sagen dürfen“, dann „Remigration ist nur ein Konzept“, dann wird gemeinsam gegen CSD und gegen Geflüchtetenunterkünfte mobil gemacht. Das ist keine bürgerliche Mitte mehr. Das ist die geistige Nähe zu stramm Rechten.
3. Warum Schweigen keine Option ist: Was kommt: „Spaltet die Gesellschaft“, „Linker Kulturkämpfer“. Aber wer schweigt, wenn Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Sexualität oder ihrer Religion zum Feindbild gemacht werden, macht sich mitschuldig. Gerade als LiL – Die Linke Internationale Liste Bergisch Gladbach haben wir die Aufgabe, das klar zu benennen.
Es ist eine Warnung. Nicht vor einer Meinung. Sondern vor einer Methode, die unsere Demokratie von innen aushöhlt. Wer Kulturkampf sät, erntet am Ende nicht nur Klicks – sondern Hass auf der Straße.
Nicht wegschauen.
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