Wer bei Verständigung kürzt, spart an der Zukunft: Kürzungen bei Dolmetschleistungen sind sozial falsch und wirtschaftlich unsinnig


Verständigung ist kein Luxus. Verständigung ist die Voraussetzung für alles andere.

Wer zum Arzt geht und seine Schmerzen nicht erklären kann. Wer beim Elterngespräch in der Kita nicht versteht, worum es geht. Wer vor Gericht steht und das Urteil nicht versteht. Für tausende Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis ist das Alltag – wenn Dolmetscher:innen fehlen.

Und genau hier will die Politik jetzt kürzen.

Warum Kürzungen bei Dolmetschleistungen ein fataler Fehler sind:

1. Sozial falsch: Sie treffen die Verwundbarsten. Sie verhindern Integration, statt sie zu fördern. Wer Sprachmittlung streicht, schafft keine Einsparung, sondern Ausgrenzung – im Gesundheitsamt, im Jobcenter, in der Schule, in der Frauenberatungsstelle.

2. Wirtschaftlich unsinnig: Ein nicht verstandenes Gespräch beim Arzt kostet Folgebehandlungen in Höhe von Tausenden Euro. Ein falsch verstandener Arbeitsvertrag kostet Gerichtsverfahren. Eine fehlende Übersetzung im Jugendamt kostet Lebenschancen. Dolmetschen spart Geld. Nicht-Dolmetschen wird teuer.

3. Politisch kurzsichtig: Wir reden im RBK von Fachkräftemangel, von Integration in Arbeit, von Teilhabe. Das alles funktioniert nur mit Sprache. Wer hier kürzt, kürzt an der Zukunft unseres Kreises.

Was wir stattdessen im RBK brauchen: Einen kommunalen Dolmetschpool, feste Finanzierung für Sprachmittlung in allen sozialen Einrichtungen und faire Bezahlung für Dolmetscher:innen – viele von ihnen leisten hochqualifizierte Arbeit unter prekären Bedingungen.

Wer bei Verständigung kürzt, spart nicht. Er verspielt Zusammenhalt.

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