Frau, Leben, Freiheit! Feminismus und Islam

Veranstaltung: Olaf Götze im Gespräch und Diskussion mit Mina Ahadi.

Donnerstag, 12. März 2026 – 18:30 Uhr
Büro Die Linke,
Paffrather Str. 29,
Bergisch Gladbach Stadtmitte.

Die Protestbewegung „Frau, Leben, Freiheit“ (Jin, Jiyan, Azadî), entstanden aus den feministischen Kämpfen in Kurdistan und im Iran, steht heute weltweit für Widerstand gegen patriarchale Gewalt, autoritäre Herrschaft und religiös legitimierte Unterdrückung. Frauen und queere Menschen kämpfen dort unter Lebensgefahr für Selbstbestimmung, Freiheit und Gleichberechtigung.

Diese Bewegung zeigt zugleich: Feminismus und Religionskritik gehören zusammen, wenn religiöse Machtstrukturen zur Unterdrückung von Frauen instrumentalisiert werden. Der Kampf richtet sich nicht gegen Menschen muslimischen Glaubens, sondern gegen politische Systeme und Ideologien, die Freiheit und Gleichberechtigung verweigern.

Eine prägende Stimme dieses Kampfes ist Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime in Deutschland. Bereits im Iran engagierte sie sich als linke Feministin gegen das islamistische Regime, wurde politisch verfolgt und musste schließlich ins Exil fliehen. In Deutschland setzt sie ihren Einsatz für Frauenrechte, Säkularismus und Selbstbestimmung fort und macht auf die Situation von Menschen aufmerksam, die sich gegen religiösen Zwang stellen. Ihre Biografie steht exemplarisch für einen Feminismus, der universelle Rechte verteidigt – unabhängig von Herkunft oder Religion.

Gesprächsmoderation der Diskussion mit dem Publikum ist Olaf Götze (Die Linke). Er reiste mehrfach in den Iran und beherrscht fließend persisch in Wort und Schrift. Er ist seit Jahren in der Iransolidarität und iranischen Netzwerken aktiv.

Feministische Solidarität heißt Menschenrechte verteidigen – ohne Ausgrenzung

Der Kampfruf „Frau, Leben, Freiheit“ wird jedoch in Deutschland zunehmend politisch vereinnahmt, um antimuslimischen Rassismus zu schüren. Diese Instrumentalisierung widerspricht dem Geist der Bewegung selbst.

Hale Bagherzadeh, Mitglied der Linken Internationalen Liste (LiL) im Ausschuss für Chancengleichheit und Integration (ACI) der Stadt Bergisch Gladbach, erklärt: „Solidarität bedeutet, kämpfende Frauen im Iran ernst zu nehmen – nicht sie zu Opfern zu machen oder ihre Kämpfe für rassistische Narrative zu missbrauchen. Feministische Unterstützung heißt, ihre Selbstbestimmung zu stärken und gleichzeitig hierzulande gegen Diskriminierung und Ausgrenzung einzutreten.“

Die Veranstalter betonen: Feminismus darf weder kulturell relativieren noch Menschen pauschal ausgrenzen. Ein emanzipatorischer Feminismus verteidigt die Freiheit von Frauen gegenüber staatlicher Gewalt ebenso wie gegenüber religiösem Zwang – und stellt sich gleichzeitig gegen jede Form von Rassismus.

Sylke Heisterhagen, aktive Feministin in Die Linke, ergänzt: „Internationalistische feministische Solidarität fragt nicht: Wer gehört dazu? Sondern: Wer wird unterdrückt – und wie können wir gemeinsam Freiheit erreichen? Feminismus gelingt nur, wenn er konsequent gegen Sexismus, Autoritarismus und Rassismus zugleich steht.“

Die LiL-GL ruft angesichts des aktuellen Kriegs im Iran die Politik und Zivilgesellschaft in Bergisch Gladbach dazu auf, die Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ im Iran und Kurdistan weiter sichtbar zu unterstützen, politische Gefangene nicht zu vergessen und sich für Menschenrechte, Abschiebeschutz für Geflüchtete aus dem Iran, Afghanistan und Syrien sowie globale feministische Solidarität einzusetzen.

Pressekontakt: Tomás M. Santillán – Tel.: 0172-2410212


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